22. Juni 2026

Breite Unterstützung für queere Anliegen in Wilhelmshaven

Abbildung der teilnehmenden Personen des Dialaogs



Wilhelmshaven. Rund drei Monate vor der Kommunalwahl kamen, auf Einladung des VNB, vertreten durch Bildungsreferent Thomas Wilde, am Freitagabend Vertreter*innen der queeren Community und der demokratischen Parteien, im Wintergarten des Hotel Home zum Austausch zusammen. Ziel der Veranstaltung „Queere Menschen und Kommunalpolitik im Dialog“ war es, zentrale Anliegen queerer Menschen in Wilhelmshaven mit der Politik zu diskutieren und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.

Von Seiten der Community wurden insbesondere die langfristige Absicherung der Arbeit der Aids-Hilfe Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund e. V., die Schaffung eines queeren Begegnungs- und Beratungszentrums, die Stärkung queerer Jugendarbeit sowie mehr Bildungs- und Sensibilisierungsangebote für Schulen, Verwaltung und soziale Einrichtungen gefordert.

Ein deutliches Signal des Abends war die breite parteiübergreifende Unterstützung für die Fortführung des kommunalen Zuschusses an die Aids-Hilfe. Ebenso sprachen sich alle vertretenen Parteien grundsätzlich für die Umsetzung eines queeren Zentrums aus. Dieses soll einen Ort für Begegnung, Beratung und Vernetzung schaffen. Grundlage dafür ist ein bereits bestehender Ratsbeschluss, der die Prüfung eines solchen Angebots vorsieht.

Auch die Bedeutung von Bildungs- und Sensibilisierungsangeboten zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt wurde von den politischen Vertreter*innen anerkannt. Unterschiede zeigten sich vor allem bei der Frage der Finanzierung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen.

Als weiteres konkretes Ergebnis der Veranstaltung wurde die Einrichtung eines „Runden Tisches für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ angeregt. Dieser soll künftig Vertreter*innen aus Community, Politik und Verwaltung regelmäßig zusammenbringen. Alle anwesenden Parteien signalisierten ihre Unterstützung für einen solchen dauerhaften Austausch.

„Der Abend hat gezeigt, wie wichtig es ist, miteinander statt übereinander zu reden“, zieht Projektleiterin Anke Hieronymus vom CSD Wilhelmshaven ein positives Fazit. „Die große Zustimmung zu zentralen Anliegen der Community und die Bereitschaft zum weiteren Dialog machen Mut. Jetzt gilt es, den Worten auch konkrete Schritte folgen zu lassen.“

Die Veranstalter*innen bewerten den Abend als wichtigen Beitrag für eine offene und vielfältige Stadtgesellschaft. Der vorgeschlagene Runde Tisch könnte dabei ein wichtiger Baustein sein, um den begonnenen Dialog dauerhaft fortzuführen und gemeinsam an Lösungen für Wilhelmshaven zu arbeiten.

Ermöglicht wurde „Mit ‚Plan‘ queere Kommunalpolitik starten“ durch die Kooperation des VNB mit der
Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen und dem Queeren Netzwerk Niedersachsen.

Gefördert aus Mitteln des Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung.
Personen auf dem Foto:
Thomas Wilde (VNB), Anke Hieronymus (CSD WHV), Daniela Lesch (ProFamilia), Sebastian Seidel (Aids-Hilfe FRI-WHV-WTM e.V.), Jan Niklas Wucher (CDU), Malte Klingler (SPD), Ratsvorsitzende Angela Kirstges (WIN@WBV), Ratsherr Ulf Berner (Volt), Mareike Eschen (Die Grünen), Anette Kruse-Janßen (Die Linke), Julia Könnecke (Die PARTEI).